Comdirect im Test

Bei Comdirect handelt es sich um eine der führenden Direktbanken in Deutschland. Hier kümmern sich rund 1300 Mitarbeiter um über 3 Millionen Kunden. Comdirect ist ein Tochterunternehmen der Commerzbank und hat daher starke Partner. Neben Girokonten, Tagesgeldkonten und Kreditkarten konzentriert sich Comdirect besonders auf Wertpapiere.

Girokonto (4/5 Punkte)

Die Kontoführung des Girokontos ist grundsätzlich kostenlos. Man benötigt keinen monatlichen Mindestgeldeingang wie bei vielen anderen Banken. Bargeld abheben ist ebenfalls kostenlos, aber seit kurzem erst ab 50 Euro möglich. Es gab wohl viele, die mehrmals am Tag weniger als 50 Euro abgehoben haben, aber da Comdirect keine eigenen Geldautomaten betreibt, müssen sie für jedes Abheben Geld zahlen. Dafür gibt es einen Punkt Abzug.

Apropos Geld abheben. An Bargeld kommt man kostenlos bei allen Automaten der Cash-Group (Deutsche Bank, Commerzbank, Postbank und HypoVereinsbank). Wohlgemerkt: Automaten. Sollte man Bargeld am Schalter abheben, ist es nicht mehr kostenlos. Das sollte aber kein Problem darstellen.

Bekannt wurde Comdirect auch wegen der Geldprämien für Neukunden. Diese betragen derzeit theoretisch 150 Euro, wovon aber effektiv nur 100 Euro möglich sind, wenn man die Bank nicht mehr wieder wechselt. 25 Euro bekommt man, wenn man in den ersten drei Monaten fünf Transaktionen vorweisen kann. Und die anderen 75 Euro gibt es für einen vollständigen Kontowechsel von Ihrer alten Bank zur Comdirect. Also müssen Sie das alte Konto auch schließen und Ihr Gehalt ab jetzt auf dem Comdirect-Konto beziehen.

Tagesgeldkonto und Kreditkarte (5/5 Punkte)

Kurz gesagt: Es gibt neben dem kostenlosen Girokonto auch noch eine kostenlose VISA-Karte und ein kostenloses Tagesgeldkonto dazu. Bei der VISA-Karte handelt es sich, je nach Bonität, um eine Prepaid- oder Charge-Karte. Auf Wunsch ist auch eine Revolving-Karte möglich. Bei der Charge-Karte werden die Umsätze gesammelt und am Ende des Monats vom Girokonto abgebucht. Bei der Revolving-Karte werden die Umsätze auf mehrere Monate aufgeschoben und nur teilweise vom Girokonto abgebucht. Da es sich auf jeden Fall um eine VISA-Karte handelt, ist die Abdeckung super. Egal ob Deutschland, Europa oder weltweit. Es gibt sehr viele Akzeptanzstellen.

Das Tagesgeldkonto ist derzeit leider bei so gut wie keinem Anbieter interessant. Zinsen werden vierteljährlich abgerechnet und derzeit gibt es 0,01% p.a. Vielleicht ändert sich das in Zukunft ja noch. Da werden wir wohl auf ein Umdenken der EZB warten müssen.

Depot und Wertpapiere (4/5 Punkte)

Das Depot gibt es ebenfalls kostenlos, wenn man ein Girokonto bei Comdirect hat. Traden kosten im Vergleich zu der Direktbank-Konkurrenz recht viel, nämlich 11,40 Euro für einen 1000 Euro-Trade.

Sparpläne kosten 1,5% des Ordervolumens. Ausgewählte ETFs von Comstage und Lyxor sind gebührenfrei. Die Mindestrate liegt bei 25 Euro. Es gibt insgesamt eine große Auswahl an ETFs und Aktien, die man besparen kann. Zusätzlich gibt es noch einen kostenlosen Anlageassistenten mit fünf verschiedenen Risikostufen, der beim Geld anlegen hilft.

Comdirect bietet einen Wertpapierkredit an, bei dem die Wertpapiere als Pfand genommen werden. Man kann neue Wertpapiere kaufen aber es ist auch möglich das Geld für etwas ganz anderes zu nutzen. Wahrscheinlich für viele interessant, die gerne flexibel sind. Ab jetzt muss kein Wertpapier mehr bei akuter Geldnot verkauft werden. Dadurch spart man sich auch wieder Trade-Gebühren. Die jährlichen Zinsen betragen faire 3,9%. Das ist bereits am einem Depotwert von 3000 Euro möglich.

Und wenn das alles nicht genug wäre, gibt es auch noch einen neuen Robo-Advisor mit dem Namen „cominvest“. Ein Investment ist ab 3000 Euro möglich. Die Kosten belaufen sich auf 0,95% p.a. des Anlagevolumens und werden monatlich abgerechnet. Dabei handelt es sich aber um ein All-In-Entgelt. Es fallen keine weiteren Gebühren wie Trans­aktions­kosten, Ausgabe­aufschläge und Order­entgelte an. Dieses Angebot ist gerade für Neulinge interessant.

Service (4/5 Punkte)

Da es keine Comdirect-Filialen gibt, muss man sich anders an die Bank wenden, wenn man ein Problem hat. Das geht über E-Mail, Telefon, Live-Chat und für Leute, die Ihren Bankberater lieber sehen möchten: Video-Chat. Und das 24 Stunden am Tag! In unseren Tests konnten die Service-Mitarbeiter immer schnell helfen. 4 von 5 Punkten, weil keine Filialen vorhanden sind. Also das Maximum, was eine Direktbank erreichen kann.

Endergebnis: 17/20 Punkte

Fazit: Es handelt sich um eine Top-Direktbank, die für so gut wie jeden richtig ist. Nur Viel-Trader wird die hohe Gebühr abschrecken.

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